Neuigkeiten!

Ich habe das Gefühl, dass ich euch in letzter Zeit nur noch überrasche. Ich mag es mehr, wenn ich euch erst Dinge erzähle, wenn sie in Sack und Tüten sind, anstatt die Hunde heiß zu machen mit der Gefahr, dass es doch nicht so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt hatte. Das passiert ja leider öfters – besonders mit einer unberechenbaren Krankheit!

Erste neue Information: Ich habe meinen ersten offiziellen Beitrag veröffentlicht bzw. wurde er von der Rubrik Einblick der Zeitschrift MS persönlich veröffentlicht. Ich habe ihn schon im August geschrieben und mit dem neuen Monatsthema „Achtsamkeit“ wurde er im Dezember veröffentlicht.
Wenn ihr möchtet, könnt ihr euch den Beitrag gerne unter dem unten angegebenen Link anschauen. Werft auch unbedingt einen Blick in die Beiträge der anderen wunderbaren Autoren!

https://einblick.ms-persoenlich.de/artikel/muss-ich-jetzt-alles-aendern-oder-reicht-es-wenn-ich-etwas-achtsamer-bin

Zweite Neuigkeit: Ich habe einen Antrag auf Zuzahlungsbefreiung gestellt. Dazu musste ich mir eine Bescheinigung von Kali holen, auf der steht, dass ich eine schwerwiegende chronische Erkrankung habe und das Ende der Behandlung nicht vorauszusehen ist. (Ob es das jemals sein wird?) Da ja meine Physiotherapie mich nun für eine sehr sehr lange Zeit und eventuell auch über Jahrzehnte begleiten wird, habe ich mich zu diesem Schritt entschieden. Eingereicht werden können jegliche Zuzahlungen von Medikamenten, Behandlungen (wie z.B. der Physiotherapie) und Krankenhaus- oder Reha-Aufenthalten. Drückt mir die Daumen, dass alles funktioniert. Denn als Student (und sicherlich auch allgemein) geht sowas mit der Zeit wirklich sehr aufs Geld.

Dritter und wichtigster Punkt: Ich habe gestern einen Brief vom Sozialamt in Leipzig bekommen.
Wie ihr wisst, habe ich vor 1 1/2 bis 2 Monaten einen Antrag auf Schwerbehinderung gestellt. Mir wurde in der Reha damals von vielen lieben Leuten gut zugeredet, dass ich es versuchen soll und dass es eigentlich nur Vorteile bringt und man somit den anderen „beweisen“ kann, dass man schwerkrank ist, auch, wenn man es einem nicht ansieht. Meistens ist es bei Erkrankten an Multiple Sklerose so, dass sie, je nach Beschwerden/Einschränkungen einen Grad der Behinderung (GdB) von 30-40 bekommen und dann einen Widerspruch einlegen müssen auf Gleichstellung. ich habe im vornherein von so vielen Beispielen gehört, wo man bis zu einem halben Jahr auf die Bearbeitung gewartet hat. Ich habe mich also auf das Schlimmste, auf einen langwierigen Kampf, eingestellt. Gestern kam nun der Brief
Der Antrag wurde bewilligt. Als ich weiterlas, musste ich ungewollt aufschreien.

Swenni, was ist los?

60. In Worten: Sechzig.

Ich hab es nicht glauben können, jedoch wurde mir schon beim Erstantrag ein GdB von 60 zugeteilt. Das ist wirklich viel mehr, als ich erwartet hatte!
Folgende drei Einschränkungen haben zu diesem Entschluss geführt.
1. Anfallsleiden (meine Epilepsie)
2. organische Nervenschäden
3. Sehminderung beidseitig

Dieser GdB ist mir jetzt bis Juli 2020 befristet zugeteilt. In 2 1/2 Jahren wird geprüft, inwiefern sich der Punkt „Anfallsleiden“ geändert/gebessert hat. Doch bis dahin habe ich einen Schwerbehindertengrad von 60. Auch, wenn ich es ziemlich erschreckend finde, dass ich mit 22 Jahren schon schwerbehindert bin, bin ich unendlich froh, dass es so schnell und unkompliziert geklappt hat und ich positiv in die Zukunft schauen kann.

Auch, wenn ich jetzt offiziell behindert bin, kann ich unendlich froh sein, dass es mich nicht schlimmer getroffen hat, dass ich von keiner tödlichen Erkrankung betroffen bin, bisher noch gut auf meinen Beinen stehe, noch sehen kann und mein Leben trotz Einschränkungen vollständig und in vollen Zügen genießen kann. Es ist wirklich wichtig, sich auf die positiven Seiten zu konzentrieren.
Und davon gibt es so unendlich viele!

PS: Mit den Vorteilen, die mir dieser Bescheid (besonders als Student) bringt, muss ich mich erst einmal auseinandersetzen. Aber falls ein treuer Leser hier auch einen GdB hat und mir Tipps oder Hinweise geben kann, kann er mir gerne per Facebook, Instagram oder gern auch hier als Kommentar schreiben. Ich würde mich riesig freuen!

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