6 Wochen

Auch heute beginnt ein Text von mir mal wieder mit den bekannten Worten ‚Es tut mir leid, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe!‘ Da bezahle ich schon Geld dafür, dass ich diese Internetseite betreiben kann und nutze sie dann kaum. Ziemlich unwirtschaftliches Handeln, denke ich. Ich denke aber auch, dass das okay ist, wenn man seit nunmehr genau 6 Wochen das schönste Baby der Welt (sagt das nicht jede Mutter von ihrem Kind? Wie klischeehaft.. Bei mir stimmt es aber wirklich!) betreut.

Obwohl das hier ein Blog über meine MS (und zwangsläufig auch meine Epilepsie) ist, bin ich mir sicher, dass 99,9 % der Leser (Stiftung Warentest hat das geprüft) mehr an meinem Baby als an meiner ollen Krankheit interessiert sind. Hier habt ihr, was ihr wollt:

Unsere Kleine ist kerngesund, wunderschön, aufgeweckt und ziemlich laut.
Ihre Eltern sind schockverliebt, ab und zu genervt, unendlich dankbar für dieses winzige Wesen und ziemlich müde.

Vor gut 2-3 Wochen, als sie ihren ersten Entwicklungsschub hatte und ich nachts heulend neben dem schreienden Baby saß (da keiner von uns beiden wusste, was ihr fehlt (wahrscheinlich keiner von uns dreien, da sie es selber nicht wusste)), habe ich daran gezweifelt, ob eine Mutter mit MS das überhaupt alles schaffen kann, wenn es ja für eine gesunde Mama schon anstrengend genug ist, ein Baby großzuziehen. Der Gedanke blitzte jedoch nur ganz kurz auf und war schnell wieder vergessen, als das Schreien nachließ und sich mit einem Engelslächeln für die letzten Stunden entschuldigt wurde – wenn sicherlich unbewusst.

Weiterhin bin ich in der glücklichen Position, einen wundervollen Mann, grandiose Eltern und die besten Freunde der Welt zu haben, welche mir bei jeder Möglichkeit unter die Arme greifen. Ich bin wirklich unendlich dankbar, dass ich solch ein Glück habe und bin mir sicher, dass Jens mich auch mit ein paar winzigen Augenringen noch hübsch findet (Sag jetzt ja nichts falsches, mein Lieber!).

Um nun trotzdem noch kurz das eigentliche Thema des Blogs aufzugreifen (bevor das Kind wach wird und meine Armmuskeln und Stimmbänder durch ständiges Rumtragen, Wippen und Singen beansprucht werden), kann ich nur so viel sagen: Bisher nehme ich noch nicht wieder Medikamente gegen die MS, da Kali mir einen nachträglichen Schutz von 3 Monaten nach der Geburt gegen Schübe ‚versprach‘ und ich momentan auch gar keine Lust habe, wieder Chemie in mich reinzupumpen, sondern erst einmal ausnutzen möchte, dass ich stillen kann. In zwei Wochen habe ich dann meinen ersten Termin nach drei Monaten bei ihr und da werden wir über alles weitere beratschlagen und dann kann ich euch auch neue Informationen geben – vorausgesetzt, ich finde die Zeit zum Schreiben und nutze Babys Schlafstunden nicht für Wäschewaschen, Lesen oder Schlafen.

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