,,Wir müssen leider trotzdem noch Nervenwasser ziehen.“

Da zwar meine Diagnose klar war, die deutsche Gesetzgebung allerdings vorschreibt, dass eine Lumbalpunktion durchgeführt und das dort entzogene Hirnwasser untersucht werden muss, bevor man mit der Medikation beginnen darf, stand mir das also noch bevor.

Ich las im Internet viele Erfahrungsberichte durch, fragte Bekannte, welche solch eine Punktion schon durch hatten und kam zu dem Entschluss: Nö. Nö, das mach ich nicht. Muss ich nicht machen. Hab ich keine Lust drauf. Hm, natürlich musste ich es trotzdem machen; mir blieb ja keine andere Wahl. Also ging ich, aufgeregt wie ein Schwein vor der Schlachtung, zu meiner Neurologin. Ich wurde direkt in ihr Zimmer gerufen und sah schon, dass Nadeln, Handschuhe, Mundschutz etc. bereitlagen. Nach gründlicher Befragung, ob ich mich bereit fühle, ging es los.  Erst wurde mir Blut abgenommen und dann direkt eine Kochsalzinfusion gelegt, damit mein Kreislauf stabil bleibt.

,,Ich werde jetzt erst einmal alles desinfizieren. So, jetzt nicht erschrecken, ich werde die erste Nadel, die Hohlnadel, jetzt zwischen Ihrem 3. und 4, Wirbel in den Rücken einführen. So, diese Nadel steckt und jetzt kommt die stumpfe Nadel, mit der wir das Gewebe zur Seite drücken.“

Da es leider beim ersten Versuch nicht so klappte, wie erhofft und sie einen Knochen erwischte, wurde noch ein zweites Mal, jetzt zwischen 2 anderen Wirbeln, gestochen und das Nervenwasser lief schön in ihre insgesamt 4 Röhrchen. Da sie sich während der Abnahme mit mir unterhielt, war alles super und ich habe keine Schmerzen gespürt. Als alles vorbei war, lag ich noch 3 Stunden auf einer Liege und bekam weiterhin Kochsalzinfusionen, trank viel und dachte nach über Gott und die Welt. Ab und zu musste ich auf die Toilette und bekam für meinen Tropf einen beweglichen Halter. Und ja, das ist genau solch ein Ding, wie man aus Filmen kennt. Dieses, mit dem die Patienten durch die Gegend rennen, die unter ihrem Kleidchen keine Hose tragen. Die Bekleidung war wahrscheinlich das Einzige, was uns unterschied.

Die Tage nach der Infusion verliefen gut. Ich trank ungefähr 5 Liter am Tag und lag hauptsächlich auf der Couch und vermied Aufregung und Bewegung. Und das war wahrscheinlich das Beste, was ich hätte machen können. Denn bis jetzt, bis zum 4. Tag nach der OP, habe ich weder Kopf-, noch Rückenschmerzen. Natürlich wurden die Einstichstellen etwas blau doch das ist kein Vergleich zu den Migräneanfällen, die mir von den Meisten beschrieben wurden.

Da steh ich nun, ich armer Tor!
Und bin so klug, als wie zuvor.

Am 16.3. ist der nächste Termin bei der Ärztin und dann wird begonnen, nach einem geeigneten Medikament für mich zu suchen. Es bleibt spannend!

 

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