Hallo, ich bin Swenja und ich hab MS.

Wem erzählt man von dieser Krankheit? Man möchte ja ungern durch die Gegend rennen, es jedem unter die Nase reiben und damit riskieren, dass einen alle bemitleiden. Mitleid ist das Letzte, was ich brauche. (Das klingt so klischeehaft, da das jeder Kranke sagt, oder? Aber es ist nun mal wirklich so.)

Welchen Freunden erzählt man davon? Nur denen, die einem extrem nahe stehen oder auch weiteren Bekannten und Freunden? Letztendlich ist es ja etwas, was mich ab dem Januar 2017 bis zu meinem Lebensende begleiten wird. Ich werde für immer MS haben und daran wird sich auch nichts ändern. Ich werde bis zum Ende weniger leisten können als andere, da ich schneller erschöpft bin. Wäre es da nicht logisch, es in einer ruhigen Minute jedem irgendwann zu erzählen? Ich werde sicherlich in der Zukunft noch in so viele Situationen geraten, in denen ich auch Fremden erklären muss, warum etwas so ist und nicht anders.

Es begann schon damit, dass man den Dozenten erklären muss, warum man nicht an der Prüfung teilnehmen kann und warum es sein könnte, dass man auch auf Grund einer Reha nicht an der Nachprüfung teilnehmen kann. Natürlich bekommt man dann schnell das nicht gewollte Mitleid. Aber in manchen Momenten bleibt einem bzw. mir nichts anderes übrig, als mit offenen Karten zu spielen.

So habe ich auch veranlasst, dass ich mich am Wochenende mit beinahe allen meinen Freunden treffen werde, um ihnen zu erzählen, was mit mir los ist. Irgendwann wird es eh jeder wissen und dann möchte ich, dass sie es nicht über 5 Ecken, sondern direkt von mir, erfahren.

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